Das Leben in der Patchworkfamilie - hier finden Sie nützliche Hilfestellungen

Das Leben in der Patchworkfamilie - hier finden Sie nützliche Hilfestellungen

In Patchworkfamilien wird die Harmonie oft von diversen Konflikten gefährdet. Das liegt daran, dass die Erziehungsberechtigten und die Kinder erst einmal in ihre neue Rolle finden müssen. Doch mit Geduld, Kompromissen und Einfühlungsvermögen wächst Ihre neue Familie allmählich zusammen. Suchen Sie gegebenenfalls nach professioneller Unterstützung.

Patchwork leben – typische Konfliktsituationen

Patchworker haben häufig eine hohe Erwartungshaltung gegenüber sich selbst sowie gegenüber der Stieffamilie. Zwischen Stiefeltern und Stiefkindern kann es entsprechend schnell zu Enttäuschungen und Eifersüchteleien kommen. Darum ist es wichtig, sich im Bedarfsfall an erfahrene Experten zu wenden, die Tipps für das harmonische Zusammenleben haben.

Die Eingewöhnung dauert eine Weile, darum sollten alle Familienmitglieder ausreichend Geduld mitbringen. Um den nötigen Zusammenhalt zu finden, sollten Sie sich deshalb genug Zeit nehmen. Für beide Partner kann das eine Belastung sein. So muss beispielsweise ein/e frisch getrennte/r, alleinerziehende/r Mutter bzw. Vater erst einmal die Trennung verarbeitet haben, bevor sie/er dazu bereit ist, mit dem neuen Partner zusammenzuziehen.

Die Probleme entstehen ausserdem durch verschiedene Denkweisen und Gewohnheiten. Ein weiterer typischer Fehler in der Patchworkfamilie besteht darin, die Kinder und auch den Partner als Ersatz anzusehen. Auch reines Funktionsdenken ist eine Gefahr für das normale, aktive Familienleben. Wenn ein alleinerziehender Elternteil lediglich nach einem Partner sucht, der sein Kind erzieht, stehen die Chancen auf eine glückliche Familie schlecht.

Frauen sowie Männer hoffen darauf, dass der neue Lebenspartner „besser“ ist als der frühere. Als Patchworker geben sie sich besonders viel Mühe, damit sie ihre eigenen Ansprüche erfüllen und alles in die Waagschale werfen, um mit der Stieffamilie harmonisch zusammenzuleben. Doch die übermässige Anstrengung führt häufig direkt zu den ersten Konflikten und verursacht Stress.
Häufige Streitfälle bei Stiefeltern hängen mit den folgenden Fragestellungen zusammen:

  • Wie sollen die Kinder erzogen werden?
  • Wie hoch soll das Taschengeld sein?
  • Wer ist für welche Bereiche verantwortlich? (Rollenverteilung)
  • Welche Dinge entscheiden Sie selbst und was besprechen Sie mit dem Partner/den Kindern?

Erziehung und Verantwortung

Nicht nur die leiblichen Eltern, auch Stiefvater und Stiefmutter haben bei der Kindererziehung eine Mitverantwortung. Das kann schwierig werden, wenn verschiedene Erziehungsstile aufeinandertreffen. Hier ist es wichtig, dass die Patchwork Eltern sich für eine klare Linie entscheiden. Wie verhalten Sie sich beispielsweise, wenn Sie ein Kind bei einer Lüge ertappen? Was tun Sie, wenn die Stiefkinder frech und dickköpfig sind?

Die Beziehung zum leiblichen Vater bzw. zur leiblichen Mutter ausserhalb des Systems Patchwork sollte nach Möglichkeit aufrechterhalten werden. Ansonsten würden die Kinder eine wichtige Bezugsperson verlieren. Darum sollte der Stiefvater auch nicht versuchen, als Ersatzvater aufzutreten, sondern im Bestfall in die Rolle als zweiter Vater schlüpfen. Das funktioniert am einfachsten, wenn Sie offen mit Ihrem Nachwuchs und eventuell auch mit den Grosseltern sprechen. Diese ergreifen gerne Partei für die eine oder andere Seite, sollten sich aber zurückhalten, um die Kinder nicht zu stark zu beeinflussen.

Wo Sie Unterstützung bekommen

Um den Schritt in die Patchworkfamilie zu meistern, brauchen Sie neben Geduld und Empathie eine gewisse Gelassenheit. Ausserdem spielt Ehrlichkeit eine Hauptrolle. Nur wenn die Patchworker offen über ihre Gedanken und Gefühlswelt sprechen, lassen sich die geeigneten Lösungen finden, ob es um den nächsten Urlaub geht, um die Schulleistungen oder um rechtliche Fragen.
Für die Unterstützung bei praktischen, rechtlichen und emotionalen Problemstellungen gibt es mehrere Anlaufstellen:

  • Beratungsstellen vor Ort,
  • Familientherapeuten,
  • schulpsychologischer Dienst,
  • Beratungen spez. auf Kinderpsychologie
  • Internetforen und Selbsthilfegruppen für den aktiven Austausch,
  • Fachanwälte für Familienrecht.

Bei diesen Kontaktadressen erhalten Sie zielgerichtete Hilfe für Ihre Patchworkfamilie. Bei Ihrer Suche nach den richtigen Ansprechpartnern kommen Sie auch über den Begriff Zweitfamilie oder über Synonyme wie Stieffamilie und Fortsetzungsfamilie weiter.

Paar- und Familientherapeuten kennen sich mit den typischen Verhaltensmustern aus und wissen, wie sich übertriebene Kumpelhaftigkeit oder Strenge auswirkt. Verantwortungsbewusste Lehrer können ebenfalls bei auftretenden Problemen mit den Stiefkindern weiterhelfen.
Die Familienanwälte kommen ins Spiel, wenn es um Themen wie Erben oder Adoption geht. Abhängig von Ihrer individuellen Situation lohnt sich ein Blick in eine Streitschrift oder ein Urteil zu einem ähnlichen Fall. Die andere Aufteilung im Vergleich zu Kernfamilien kann zu veränderten rechtlichen Regelungen führen. Auch bei Stress mit dem Expartner ist eventuell ein Termin beim Rechtsanwalt fällig.

Leben Sie in einer Patchworkfamilie und würden gerne einige Verhaltensmuster in Ihrer Familie verändern? Dann sollten Sie diese Probleme angehen und nicht weiter zuwarten. Aber: Fähige Familien- und Erziehungsberater sind beliebt und häufig ausgebucht. Bei uns finden Sie eine gute Auswahl von Erziehungsberatern.

 

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Zeit und Gewohnheit – zwei wichtige Faktoren

Aktiv auf die Stiefkinder zugehen, ohne sie zu überfordern, dafür brauchen Sie ein hohes Mass an Fingerspitzengefühl. Mit der nötigen Geduld und Vorsicht öffnet sich irgendwann die Tür für Sie. Solange die Familienkonstellation noch ungewohnt ist, geht es vorwiegend um gegenseitige Sympathie. Die eigentliche Annäherung kommt jedoch erst im Laufe der Jahre. In diesbezüglichen Studien wurde festgestellt, dass es abhängig vom Alter der Kinder bis zu fünf Jahre lang dauert, bis die Patchworkfamilien eine feste Einheit sind.

Die perfekte Familie braucht eine ausgewogene Balance, gleichgültig, ob es sich um eine gewachsene Kernfamilie oder um zusammengefügtes Patchwork handelt. Ebenso wie beim richtigen Patchwork gilt es, die Stücke richtig zu kombinieren. Normalität kann sich nur langsam bilden. Das gelingt Ihnen, indem Sie neue Gewohnheiten und Traditionen „sammeln“.

Ein Patentrezept existiert nicht, denn jeder Patchworker ist anders und reagiert auf seine individuelle Weise. Das erkennen Sie vor allem dann, wenn bisher fremde Kinder plötzlich zu Geschwistern werden. Durch gemeinsame Erlebnisse lässt sich das Familiengefühl stärken.
Kinder aus Patchworkfamilien haben übrigens oft eine starke Sozialkompetenz. Das liegt sicherlich daran, dass sie an Kompromisse gewöhnt sind. Einmal zurückstecken, den Vortritt lassen oder einfach fair wetteifern, diese sportliche Haltung fällt besonders bei Patchwork-Kindern auf. Mit den folgenden Aktivitäten können Sie diese clevere Haltung und das daraus wachsende Zusammengehörigkeitsgefühl zusätzlich fördern:

  • Gesellschaftsspiele mit der Familie,
  • gemeinsame Ausflüge in die Umgebung,
  • zusammen basteln, kochen oder backen,
  • Familienabende planen.

Wenn Sie mit der ganzen Familie auf ein gelungenes Projekt zurückblicken – der Garten ist frei von Unkraut, die Zimmerwand ist gestrichen oder der selbst gebackene Kuchen verlockt zum Zugreifen – ist das ein guter Schritt nach vorne. Auch wenn einmal etwas nicht hundertprozentig klappen sollte: Wichtig ist immer das Team. Verlieren Sie dabei nicht Ihre anderen Beziehungen aus den Augen, denn das Leben spielt sich für alle Familienmitglieder auch ausserhalb der Familie ab.

FAQ

Wie wird Patchworkfamilie definiert?
Die Patchwork- oder Stieffamilie ist eine Familie, bei der zumindest ein Kind von einem anderen Elternteil stammt, meistens der frühere Partner. Anders als bei Alleinerziehenden lebt die „neue Familie“ zusammen und Stiefvater oder Stiefmutter wird zum verantwortlichen Elternteil.

Welche typischen Probleme tauchen in einer Patchworkfamilie auf?
Typische Folgen bei einer neuen Beziehung und Familiengründung sind Eifersucht, Hierarchie-Kämpfe unter den Erwachsenen sowie zwischen den Kindern. Auch unrealistische Vorstellungen, ungeduldiges Verhalten und das Unterschätzen von Streitpunkten können zu Schwierigkeiten im Alltag und an besonderen Anlässen führen.

Wie lässt sich das Alltagsleben managen?
Durch allmähliche Veränderungen und eine gute Organisation gelingt es Ihnen, die verschiedenen Zeitpläne der Familie unter einen Hut zu bringen. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich für die neue Normalität ausreichend Zeit lassen. Durch Kompromisse fühlt sich keiner übergangen und alle sind zufrieden.

Wie viel Zeit braucht die Familie, um sich einzuspielen?
Die Umgewöhnung an die neuen Familienmitglieder kann abhängig vom Alter der Kinder etwas länger dauern. Auch die unterschiedlichen Charaktere beeinflussen die Gewöhnungsphase. Erfahrene Therapeuten gehen von einem Zeitraum von drei bis vier Jahren aus, bis sich alle an die Familienzusammenstellung gewöhnt haben.

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