Spielgruppe: Der erste Schritt nach draussen

Spielgruppe: Der erste Schritt nach draussen

Eine Spielgruppe ist ein freiwilliges Betreuungs- und Erziehungsangebot für Kinder ab ca. 3 Jahren (minimum 2.5 Jahre) bis zum Eintritt in den Kindergarten.

Eine Spielgruppe ist nicht das Gleiche wie eine Kinderkrippe: In der Regel sind 8 bis höchstens 12 Kinder in einer Spielgruppe. In der Spielgruppe wird ein Kind mitunter zum ersten Mal an mehreren Tagen pro Woche von wenigen Stunden bis zu einem halben Tag unter der Aufsicht einer Spielgruppenleiterin ohne die Anwesenheit von Eltern mit anderen Kindern spielen, diese kennen lernen und sich in ein neues soziales Gefüge einbringen.

Die Erfahrungen, welche das Kind dabei macht, helfen ihm, sich auf den Kindergarten vorzubereiten.

Vorteile für Kinder und Eltern

Vor allem Kinder, die nicht schon regelmässig Zeit mit einer Gruppe von Gleichaltrigen verbringen, profitieren vom Besuch einer Spielgruppe, und lernen hier vielfach auch schon zukünftige Kindergarten- und Schulfreunde kennen. Auch diese «Gspänli» können den Kindergartenstart dereinst erleichtern.

Es gibt überwiegend «Dinne»-Spielgruppen, bei denen Kinder in geeigneten Räumlichkeiten und bei schönem Wetter allenfalls im angeschlossenen Garten zusammen spielen und «Dusse»-Spielgruppen, in denen Kinder in der Gruppe gemeinsam auf einem geeigneten Waldstück miteinander spielen und dabei die Erfahrungen in der Natur machen.

Der Besuch der Spielgruppe hilft dabei nicht nur den Kindern, eine neue Situation, neue Freunde und Freundinnen und einen neuen Ort kennen zu lernen. Auch Eltern können davon profitieren, ihren Nachwuchs für einige Stunden loszulassen und wieder Zeit nur für sich zu haben. Zudem bietet die Spielgruppe Gelegenheit, von einer ausgebildeten Person Informationen über das Verhalten seines Kindes in der Spielgruppe zu erfahren und sich mit anderen Eltern auszutauschen und Bekanntschaften zu schliessen.

Kriterien für gute Spielgruppen

Spielgruppen erfordern in der Schweiz weder eine Bewilligung noch unterstehen sie einer Meldepflicht.

Es liegt daher an Ihnen, den Eltern, sich über das Angebot kundig zu machen, Schnupperstunden zu besuchen, sich mit anderen Eltern, die bereits Erfahrungen mit der Spielgruppe haben, auszutauschen und sich darüber klar zu werden, ob die vermittelte Pädagogik allenfalls einer speziellen Richtung (Rudolf Steiner, Montessori, etc.) folgt und ob Ihnen diese Philosophie zusagt. Verfügt die Spielgruppe über das Qualitätslabel des Schweizerischen Spielgruppen-Leiterinnen Verbandes (SSLV) können Sie davon ausgehen, dass wichtige Punkte gewährleistet sind. Die volle Liste der SSLV-Anforderungen finden Sie weiter unten.

Aber Achtung: Informieren Sie sich frühzeitig über das Spielgruppenangebot in Ihrem Wohnort. Die Plätze sind heiss begehrt und meist schon Jahre im Vorraus belegt. Finden Sie hier jetzt schnell eine Spielgruppe in Ihrem Umkreis:

Familienfreundliche Kinderkrippe in Ihrer Umgebung

Kinderkrippe Windrädli

Kinderkrippe Windrädli in Zürich

Kita Zauberburg

Kita Zauberburg in Zürich

Kinderkrippe Schmiedhof GmbH

Kinderkrippe Schmiedhof GmbH in Zürich

Kinderhaus Quelle GmbH

Kinderhaus Quelle GmbH in Zürich

Kinderkrippe und Hort s' Inseli

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5
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7 Bears

7 Bears in Zürich

5
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Villa Kunterbunt

Villa Kunterbunt in Zürich

Irchelkrippe

Irchelkrippe in Zürich

Kita Tandem Stampfenbach

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Kinderkrippe Zwergenburg Administration und Verwaltung

Kinderkrippe Zwergenburg Administration und Verwaltung in Zürich

Bambina

Bambina in Zürich

Kinderkrippe Rachel

Kinderkrippe Rachel in Zürich

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SSLV-Anforderungen

Die SSLV-Anforderungen bieten gute Orientierungspunkte zur Qualität von Spielgruppen:

  • Qualifikation der Spielgruppenleiterin (SGL): Hat die SGL eine pädagogische Ausbildung und Erfahrung als Gruppenleiterin? Anforderungen SSLV: Gruppenausbildung mit Grundkurs (bis 100 Std.) und 2 Jahre Praxiserfahrung/ Zerfifikatausbildung und 1 Jahr Praxis/Ausbildung in pädagogischem Beruf mit Erfahrung mit 3-5 jährigen Kindern. Bei «Dusse»-Spielgruppen hat die SGL zusätzlich einen Waldspezialisierungskurs abgeschlossen.
     
  • Räumlichkeiten sind kindersicher eingerichtet, ausreichend gross (ca. 60m2, inkl. Nebenräume), bieten genügend Tageslicht, WC/Lavabo in der Nähe. Die Ausstattung mit Spielzeug und Werkmaterial ist kindgerecht. Bei Waldspielgruppen muss ein geeignetes, vom Förster oder Waldbesitzer genehmigtes Waldstück mit Spielmöglichkeiten vorhanden sein, dass nur von wenigen Passanten frequentiert wird.
     
  • Grösse der Kindergruppen und Begleitpersonen: Die Gruppen sollten zwischen 8 und 12 Kinder gross sein. Bis 10 Kinder wird zur SGL eine Begleitperson (Elternteil, Praktikantin) empfohlen, ab 10 Kindern wird eine erfahrene SGL mit 2 oder mehr Jahren Berufserfahrung verlangt. Bei Waldspielgruppen ist auf alle Fälle eine Begleitperson gefordert, ab 9 Kindern eine Wald-SGL und 2 Begleitpersonen.
     
  • Die Spielgruppe hat ein pädagogisches Leitbild und hat schriftliche niedergelegte Ziele der Spielgruppenarbeit. Wald-Spielgruppen haben ein naturpädagogisches Leitbild und halten ihre Ziele auch schriftlich fest.
     
  • Die Spielgruppen pflegen den Dialog mit den Eltern und arbeiten mit Ihnen zusammen, so dass auch jederzeit bei Fragen und Unstimmigkeiten eine Ansprechperson bekannt ist.
     
  • Durch das freie Spiel und das Werken wird eine vielfältige Sinneswahrnehmung des Kindes gefördert. In Waldspielgruppen wird zusätzlich der achtsame Umgang mit der Natur erlebt.
     
  • Administrative Fragen sind auch wichtig wobei für Sie als Eltern die Frage, ob für die Spielgruppe eine Betriebshaftpflichtversicherung besteht, am wichtigsten sein dürfte.
     
  • Es besteht ein schriftlicher Vertrag zwischen Eltern und Spielgruppe. In diesem ist dann natürlich auch der Spielgruppentarif in CHF fest gehalten. Die genauen Kriterien für das Qualitätslabel und weitere interessante Punkte zu Spielgruppen und SGL's finden Sie auf der Website des SSLV.

Die richtige Spielgruppe für mein Kind

Wenn die Qualität stimmt und die obigen Punkte zu ihrer Zufriedenheit erfüllt sind, besteht lediglich noch die Frage, ob die Spielgruppe auch die richtige für Ihr Kind ist.

In einer Waldspielgruppe ist es entscheidend, dass ihr Kind sich gerne bei jedem Wetter draussen aufhält und Freude daran hat, eine Beziehung zur Natur aufzubauen. Wenn ein Kind hingegen am liebsten drinnen bastelt, ist eher eine Spielgruppe angesagt, die vorwiegend «dinne» ist und allenfalls bei gelegentlichen Spazier- oder Waldtagen mit der Spielgruppe raus geht.

Wenn ihr Kind noch sehr anhänglich ist, sollten sie sicher stellen, dass die Eingewöhnungszeit so gestaltet werden kann, dass Sie und ihr Kind sich damit wohl fühlen und der Ablöseprozess Schritt für Schritt schonend gestaltet werden kann. Denn nur wenn sich Kind und Eltern mit und in der Spielgruppe wohl fühlen, stehen dem Kind frohe, bewegte und fröhliche Stunden mit seinen neuen Gspänli bevor.

Text: Patrik Etschmayer

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